
DAX Aktuell und Prognose: Der DAX verliert aktuell spürbar an Momentum, die Handelsausrichtung bleibt jedoch weiterhin steigend. Damit stehen wir in einer Situation, die wir vor einigen Wochen auf der Gegenseite gesehen haben – nur eben spiegelverkehrt. Damals war der Markt im Short-Regime stark überdehnt, baute kaum noch neues Momentum auf, und der entscheidende Punkt war immer derselbe: Man handelt nicht „im teuren Bereich“, sondern wartet auf die tiefe Verortung. Genau dann kam an einem Tag die schnelle Korrektur von 700 bis 800 Punkten, und erst danach wurde das Setup wieder sauber handelbar. Diese Mechanik sehen wir jetzt ähnlich, nur in Long-Richtung: Der Markt ist überdehnt, teuer verortet, und das ist genau die Phase, in der viele in die teuersten Denkfehler rutschen.
Denn in so einer Lage beginnt das „Warmkochen“: Entweder man denkt, „es fällt ja nicht, also kann es noch weiter ausbrechen“, oder man denkt, „es steigt doch nicht mehr, also könnte man ja shorten“. Beides ist teuer, weil es häufig kein Setup ist, sondern eine Wette auf das nächste Zufallsereignis. Genau deshalb ist der saubere Schluss aus der Handelsausrichtung klar: Wenn das Regime steigend ist, sind Long-Positionen zu bevorzugen – aber eben aus der Korrektur heraus, nicht im Impulsbereich und nicht im Mittelbereich, in dem der Markt weder günstig noch klar ist.
Ich habe trotzdem einen Widerstandsbereich eingezeichnet, damit klar bleibt, wo größere Korrekturen prinzipiell entstehen könnten. Ob man daraus tatsächlich einen Short-Aufbau macht, ist eine andere Frage – ich werde mich dort eher fernhalten, weil Shorts gegen eine steigende Ausrichtung meist nur als Ausnahme sinnvoll sind und in solchen „teuren“ Phasen schnell gegen einen laufen können. Für mich bleibt die Leitlinie daher unverändert: Warten auf Pullbacks, dann Longs strukturiert arbeiten, statt zwischen zwei unvorteilhaften Ideen zu pendeln.
Als gutes Vergleichsbild verweise ich an dieser Stelle schon auf Rohöl (CL): Dort kam die Bewegung aus einer tiefen Korrektur heraus, und genau so sieht es aus, wenn ein Markt ein sauberes Chancen-Risiko-Profil anbietet. Dafür haben wir mehrere Basiswerte – damit man nicht gezwungen ist, im DAX zu handeln, wenn die Verortung gerade keinen echten Vorteil liefert.
Viel Erfolg,
Ihr Dennis Gürtler.
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Entscheidend ist, den Stop-Loss wie immer sofort auf das Einstiegsniveau nachzuziehen, um das Risiko zu begrenzen. Wie weit dann der potenzielle Trade läuft, entscheidet wie immer der Markt. Gewinnmitnahmen bei +0.5R, +1R und +2R sind in der Regel sinnvoll. Mit „R“ sind Risikoeinheiten gemeint.
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