

Vom Jahrestief bis zum Hoch summierte sich die Bewegung auf rund 41 Prozent, während der Index auf Jahresbasis bei etwa 22 Prozent liegt und damit deutlich über seinem historischen Durchschnitt von rund 16 bis 18 Prozent. Diese starke Performance erklärt, warum viele Anleger aktuell von einem neuen, stabilen Aufwärtstrend ausgehen. Gleichzeitig ist genau diese Überperformance der Ausgangspunkt für eine kritischere Einordnung des weiteren Verlaufs.

Ein Blick auf den langfristigen Wochenchart zeigt eine Konstellation, die es in ähnlicher Form bereits mehrfach gab. Der Markt notiert deutlich oberhalb der Value Area High des laufenden Jahres und zugleich weit außerhalb der Unfair-Value-Bänder. Historisch folgten auf vergleichbare Überdehnungen nicht zwingend sofort tiefe Korrekturen, wohl aber längere Übergangsphasen. Häufig begann der Anpassungsprozess mit einer ausgedehnten Seitwärtsbewegung, bevor es in eine preisliche Korrektur überging. Aus dieser Perspektive heraus ist weniger die Frage, ob eine Anpassung kommt, sondern eher wie sie zeitlich strukturiert sein wird.

Ergänzend liefert der logarithmische Langfristchart ab 2011 eine zweite, wichtige Sichtweise. Auch hier zeigt sich, dass der Markt aktuell oberhalb seines langfristigen Trendkanals handelt. Selbst wenn es noch zu einem weiteren Anstieg kommen sollte, würde sich die historische Logik nicht ändern: Überdehnungen werden entweder über Preis oder über Zeit abgebaut. In vielen Fällen geschieht dies zunächst über ein seitwärts gerichtetes „Abschleifen“, bevor tiefere Rücksetzer folgen. Auch aus dieser Perspektive bleibt das Chancen-Risiko-Verhältnis für neue Engagements auf dem aktuellen Niveau begrenzt.
Aus strategischer Sicht spricht diese Gemengelage für Zurückhaltung. Das aggressive Hochfahren von ETF-Sparplänen erscheint auf dem aktuellen Preisniveau wenig attraktiv, da Kapital in einer Seitwärtsphase gebunden wird und real durch Inflation und Zeit an Kaufkraft verliert. Deutlich sinnvoller ist es, Liquidität als strategische Option zu betrachten. Cash ermöglicht es, in Phasen erhöhter Volatilität oder tieferer Korrekturen gezielt nachzulegen und langfristig eine Outperformance zu erzielen. Genau diese Flexibilität fehlt, wenn Kapital in überdehnten Marktphasen vollständig investiert ist.
Unabhängig davon, ob die Anpassung kurzfristig über eine Korrektur oder zunächst über eine längere Seitwärtsphase erfolgt, bleibt der Markt aus mittelfristiger Sicht teuer. Auch wenn neue Hochs nie ausgeschlossen werden können, zeigen vergleichbare Übergangsphasen der Vergangenheit, dass spätere Einstiegsmöglichkeiten oft günstiger ausfallen. Für den MSCI World liegen aus heutiger Sicht attraktivere Zonen eher im Bereich von 125, perspektivisch auch 120 oder 110 Punkten. Diese Marken müssen nicht kurzfristig erreicht werden, definieren aber ein realistisches Zielband für eine erneute strategische Positionierung. Die grundsätzliche Aussage gilt dabei nicht nur für den MSCI World, sondern ebenso für andere große Indizes wie S&P 500, Nasdaq, Dow Jones oder DAX.
Herzliche Grüße aus Berlin,
Dennis Gürtler.
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